Der Begriff „klezmer” ist eine Verbindung zweier hebräischer Wörter – Bedeutungen: kley – Werkzeug, Geschirr, Instrument und zemer – Gesang. 

Klezmer-Musik, hauptsächlich von den Juden gespielt (im Laufe der Jahre wurde jüdische Abstammung nicht mehr notwendig) bedeutete, und tut es immer noch, einfach jüdische Musik..

Es ist jedoch kein eindeutiger Musikbegriff.

Im Repertoire der Klezmer befand sich, natürlich außer den traditionellen Tänzen und Klängen, auch Volksmusik der lokalen nicht jüdischen Gemeinschaft und der ethnischen Gruppen (z.B. der Sinti und Roma). Es wurden auch typische Melodien der städtischen Feiern gespielt und sogar unbeschwerte klassische Werke und singspielerische Schlager.   

 

Und so befanden sich zum Beispiel in den 20-ger und 30-ger Jahren des 20.Jhs. neben den europäischen Quadrillen, Walzern, Tangos und Polkas auch populäre amerikanische Tänze wie: Charleston oder Fox-Trot und auch ein Musicalrepertoire.

Die jüdischen Cymbalisten und Klezmer haben die polnische Musik fabelhaft gespielt. Józef Elsner - ein  hervorragender polnischer Komponist des 19.Jhs., Chopins Lehrer - hat in einem seiner Briefe aus dem Jahr 1805 an die "Allgemeine Musikalische Zeitung" in Leipzig festgestellt: „Die jüdischen Musiker spielen die Polonäse in solch einem vollkommen polnischem Geiste, dass ihnen niemand darin gleichkommt.“

Die Klezmer hatten selten eine Musikausbildung, jedoch viele von ihnen waren Virtuosen hoher Klasse. Übrigens, einige von ihnen gingen vom Klezmertum zur Aufführung schulisch ausgebildeter Kunst über. Die Tradition des Musizierens wurde von Generation zu Generation weitergegeben, am häufigsten innerhalb der Familie. Der Vater war der Meister für seinen Sohn, der hingegen übergab seine Erfahrungen seinem Nachkommenden. Auf diese Weise entstanden ganze Klezmerdynastien, die das Erbgut ihrer Vorfahren pflegten.

Nicht anders sah die Sache im „Kulturtiegel“ der Karpaten aus, jedoch sind hier die Begriffe „Klezmer“ und „klezmerische Musik“ um einiges umfangreicher. Es hängt mit dem Kulturreichtum vieler, die Karpaten bewohnender, Nationen und außerdem mit einer bedeutsamen Migration der jüdischen Gemeinschaften (darunter auch den Klezmern) innerhalb des recht hermetischen Gebietes zusammen. 

Für uns ist ein Klezmer aus den Karpaten ein Sinnbild für die Möglichkeit der Verbindung kulturell verschiedenartiger Formen und Musikstils in eine faszinierende Ganzheit. 

In eine Musik, die einen verständlichen und uns allen nahen Sinn in sich verbirgt.

Eine Musik, die keine Grenzen kennt.

 

 
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